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Heuschnupfen: Ursachen, Symptome und Behandlung

Niesen, laufende Nase, juckende Augen: Heuschnupfen ist die häufigste Allergie in Deutschland. Hier erfahren Sie, wie er entsteht, woran Sie ihn erkennen und was gegen die Beschwerden hilft.

Von Redaktion PollenflugradarZuletzt aktualisiert:

Was ist Heuschnupfen?

Heuschnupfen ist eine allergische Reaktion der Schleimhäute auf Pollen. Das Immunsystem stuft eigentlich harmlose Eiweiße aus Blütenstaub als gefährlich ein und bildet dagegen Antikörper vom Typ IgE. Bei jedem weiteren Kontakt setzen Abwehrzellen Botenstoffe wie Histamin frei. Die Folge sind Entzündungsreaktionen in Nase, Augen und manchmal auch in den Bronchien.

Laut Robert Koch-Institut ist etwa jeder siebte Erwachsene in Deutschland im Laufe seines Lebens von Heuschnupfen betroffen. Damit gehört er zu den häufigsten chronischen Erkrankungen überhaupt.

Welche Pollen lösen Heuschnupfen aus?

In Deutschland sind vor allem acht Pollenarten wichtig, die der Deutsche Wetterdienst täglich vorhersagt: die Frühblüher Hasel, Erle und Esche, die Birke als wichtigster Baumpollen, Gräser und Roggen im Frühsommer sowie Beifuß und Ambrosia im Spätsommer.

Gräserpollen sind der häufigste Auslöser, gefolgt von Birkenpollen. Viele Betroffene reagieren auf mehrere Arten und haben deshalb über viele Monate Beschwerden. Wann welche Pollen fliegen, zeigt unser Pollenflugkalender.

Typische Symptome

  • häufiges Niesen, oft in Serien
  • wässrig laufende oder verstopfte Nase
  • Juckreiz in Nase, Gaumen oder Ohren
  • gerötete, juckende und tränende Augen
  • Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und schlechter Schlaf
  • Husten oder pfeifende Atmung, wenn die Bronchien mitreagieren

Ausführlich erklären wir die Beschwerden und den Unterschied zur Erkältung auf der Seite Heuschnupfen-Symptome.

Warum Heuschnupfen ernst genommen werden sollte

Unbehandelter Heuschnupfen kann sich auf die unteren Atemwege ausweiten. Mediziner sprechen dann vom „Etagenwechsel“: Aus dem allergischen Schnupfen wird allergisches Asthma. Wer bei hohem Pollenflug hustet, schlecht Luft bekommt oder ein Engegefühl in der Brust spürt, sollte das ärztlich abklären lassen.

Diagnose: Wie wird Heuschnupfen festgestellt?

Erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis oder eine allergologisch tätige Facharztpraxis (zum Beispiel HNO, Dermatologie oder Lungenheilkunde). Nach einem ausführlichen Gespräch folgt meist ein Hauttest (Prick-Test), oft ergänzt durch einen Bluttest auf spezifische IgE-Antikörper. Welche Tests es gibt und was sie kosten, lesen Sie im Ratgeber Allergietest.

Behandlung: Was hilft gegen Heuschnupfen?

1. Pollen meiden

Völlig vermeiden lassen sich Pollen nicht, aber die Belastung lässt sich deutlich senken: abends Haare waschen, Straßenkleidung nicht im Schlafzimmer ablegen, zur richtigen Tageszeit lüften und Pollenschutzgitter oder einen Luftreiniger nutzen. Ein Blick auf den aktuellen Pollenflug hilft, Tage mit hoher Belastung zu planen.

2. Medikamente gegen die Symptome

Gegen die akuten Beschwerden helfen vor allem Antihistaminika als Tabletten, Nasenspray oder Augentropfen sowie kortisonhaltige Nasensprays. Viele davon gibt es rezeptfrei in der Apotheke. Einen Überblick gibt unser Ratgeber Heuschnupfen-Medikamente.

3. Hyposensibilisierung

Die spezifische Immuntherapie gewöhnt das Immunsystem über rund drei Jahre schrittweise an das Allergen. Sie ist die einzige Therapie, die an der Ursache ansetzt, und kann das Risiko für Asthma senken. Mehr dazu unter Hyposensibilisierung.

Häufige Fragen

Ist Heuschnupfen dasselbe wie eine Pollenallergie?

Im Alltag ja. Heuschnupfen ist der umgangssprachliche Begriff für die allergische Rhinitis, die durch Pollen ausgelöst wird. Mediziner sprechen von saisonaler allergischer Rhinitis oder Rhinokonjunktivitis, wenn auch die Augen betroffen sind.

Kann Heuschnupfen von selbst verschwinden?

Bei manchen Menschen werden die Beschwerden im Laufe des Lebens schwächer. Häufiger bleibt die Allergie aber bestehen oder es kommen weitere Allergene hinzu. Eine Hyposensibilisierung ist bisher die einzige Behandlung, die an der Ursache ansetzt.

Wann ist Heuschnupfen-Saison?

Je nach Allergen von Januar bis Oktober. Hasel und Erle fliegen oft schon ab Januar, Birke im April, Gräser von Mai bis Juli und Beifuß sowie Ambrosia im Spätsommer.

Kann man Heuschnupfen erst als Erwachsener bekommen?

Ja. Heuschnupfen beginnt zwar meist im Kindes- oder Jugendalter, kann aber in jedem Alter neu auftreten.

Quellen und weiterführende Informationen