Wie funktioniert eine Hyposensibilisierung?
Das Immunsystem bekommt das Allergen, auf das es überempfindlich reagiert, regelmäßig in steigender Dosis verabreicht. Mit der Zeit lernt es, die Pollen zu tolerieren, statt sie zu bekämpfen. Fachleute sprechen von Allergen-Immuntherapie (AIT). Sie wird von allergologisch erfahrenen Ärztinnen und Ärzten durchgeführt.
Spritze oder Tablette?
| Subkutan (SCIT) | Sublingual (SLIT) | |
|---|---|---|
| Form | Spritze unter die Haut am Oberarm | Tablette oder Tropfen unter die Zunge |
| Wo | in der Arztpraxis | zu Hause, täglich |
| Häufigkeit | anfangs wöchentlich, später etwa monatlich | täglich |
| Typische Dauer | etwa 3 Jahre | etwa 3 Jahre |
Für Gräser- und Birkenpollen gibt es zugelassene Präparate in beiden Formen. Welche Variante besser passt, hängt von den Allergenen, dem Alltag und der Verträglichkeit ab.
Der richtige Zeitpunkt
Bei Pollenallergien beginnt die Behandlung meist im Herbst oder Winter. Wer im Oktober oder November startet, hat die Aufbauphase vor dem ersten Pollenflug im Januar oder Februar abgeschlossen. Unser Pollenflugkalender zeigt, wann Ihre Allergene fliegen.
Was bringt die Therapie?
Bei vielen Patientinnen und Patienten werden die Beschwerden deutlich schwächer und sie brauchen weniger Medikamente. Die Wirkung hält oft über Jahre nach dem Ende der Behandlung an. Zudem kann die Therapie das Risiko senken, dass sich aus dem Heuschnupfen ein allergisches Asthma entwickelt. Wichtig ist, die Behandlung über die volle Dauer durchzuhalten.
Ablauf in drei Schritten
- Diagnose: Gespräch, Hauttest und Bluttest bestätigen, welche Pollen die Beschwerden auslösen.
- Aufbauphase: Die Dosis wird schrittweise gesteigert, bis die Erhaltungsdosis erreicht ist.
- Erhaltungsphase: Die Erhaltungsdosis wird regelmäßig über rund drei Jahre gegeben.
Bis zur ersten Wirkung dauert es meist eine Saison. Während der Pollenzeit dürfen Sie in Absprache mit Ihrer Praxis weiterhin Medikamente gegen die Symptome nehmen.
Häufige Fragen
Wann sollte man mit einer Hyposensibilisierung beginnen?
Bei einer Pollenallergie meist im Herbst oder Winter, also außerhalb der Pollensaison. So kann die Aufbauphase abgeschlossen sein, bevor die ersten Pollen fliegen.
Zahlt die Krankenkasse die Hyposensibilisierung?
Ja, wenn sie ärztlich verordnet und medizinisch begründet ist, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel die Kosten für zugelassene Präparate.
Hat die Hyposensibilisierung Nebenwirkungen?
Häufig sind örtliche Reaktionen wie Rötung und Schwellung an der Einstichstelle oder Juckreiz im Mund bei Tabletten. Selten kommen stärkere allergische Reaktionen vor, deshalb bleiben Patienten nach einer Spritze eine Weile in der Praxis.
Für wen ist die Therapie geeignet?
Vor allem für Menschen mit nachgewiesener Allergie und deutlichen Beschwerden, bei denen Medikamente nicht ausreichen. Ob sie infrage kommt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt nach Allergietest und Gespräch.